40 Jahre kapillarbrechende Flächendrainage: Eine Innovation verändert den Außenbereich

08.04.2026

Gut 40 Jahre ist es her, dass die kapillarbrechende Flächendrainage erfunden wurde – von Walter Gutjahr, dem Gründer und langjährigen Geschäftsführer von Gutjahr Systemtechnik. Die Innovation gilt bis heute als Meilenstein für Außenbeläge auf Balkonen, Terrassen, Außentreppen und anderen Flächen, bei denen eine sichere Entwässerung entscheidend ist. Fachleute würdigen den Ansatz nach wie vor als wegweisend.

In den 1980er-Jahren hatte Walter Gutjahr den Mut, das Thema Entwässerung ganz neu zu denken. Denn er erkannte als erster: Bettungsschichten ziehen über ihr Kapillarsystem Sickerwasser an, das über die Fugen in die Konstruktion gelangt – und dann zu Schäden führt. Um diesen Effekt zu unterbrechen, entwickelte er die Idee einer zusätzlichen Luftschicht zwischen Abdichtung und Bettungsschicht, die kapillarbrechend ist. Heute bietet Gutjahr die Flächendrainagen unter dem Markennamen „AquaDrain“ und „Watec“ an, die auf verschiedene Verlegearten und Beläge abgestimmt sind.

Eindringende Feuchtigkeit nach unten abfließen lassen

Bernd Stahl, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Technischen Ausschusses beim Fachverband Fliesen und Naturstein im Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), stellt heraus, wie revolutionär dieser Ansatz war: „Das Wasser unter dem Belag führt vor allem bei Frost zu Schäden an der gesamten Konstruktion. Es sei denn, dass Wasser kann sich in einem feuchtigkeitsunempfindlichen Bereich unter dem Belag sammeln und abfließen.“ Die Flächendrainage greife dieses Prinzip auf: „Eindringende Feuchtigkeit kann durch die Belagskonstruktion nach unten abfließen und der Belag steht durch die Entkopplung auf ‚trockenen Füßen‘. Frostschäden werden dadurch deutlich minimiert.“

Der Geschäftsführer des Deutschen Naturwerkstein-Verbands, Reiner Krug, kann das nur bestätigen: „Kapillarbrechende Flächendrainagen fördern die horizontale Entwässerung von Bettungen und Tragschichten enorm und verhindern so Feuchtigkeitsschäden.“

Deutlich weniger Frostschäden

Experten sind sich einig: Frostschäden durch Staunässe haben seit Einführung der kapillarbrechenden Flächendrainage deutlich abgenommen. „Ausblühungen in den Fugen, Farbtonveränderungen bei Natursteinen und weitere Schäden treten nur noch sehr selten auf“, so Bernd Stahl. Der Fachverband führt die Flächendrainage seit Jahren in seinen Regelwerken und schult entsprechend.

Erich Lanicca von der Schweizerischen Kammer technischer und wissenschaftlicher Gerichtsexperten verweist auf Entwicklungen im Garten- und Landschaftsbau seit den 1990er-Jahren. Unter Natursteinbelägen mit Grobkornbeton entstand eine zusätzliche Entwässerungsebene. „Die Firma Gutjahr entwickelte in diesem Zusammenhang eine Entwässerungsmatte sowohl für begangene als auch für befahrene Flächen. Mit der Drainmatte entstand eine kapillarbrechende Schicht.“ Dadurch kamen Grobkornbeton und Splitt bei loser Verlegung nicht mehr mit stehendem Wasser auf der Abdichtung in Kontakt.

Großer Vorteil bei Natursteinbelägen

Das beeindruckende Ergebnis der Gutjahr-Innovationen: Bei Natursteinbelägen sind die Feuchtigkeitsverfleckungen weitgehend verschwunden. „Kapillarbrechende Flächendrainagen sind bei verfärbungsempfindlichen Natursteinen – insbesondere bei großflächigen Natursteinbelägen und Treppenanlagen – von großem Nutzen. Sie haben die Verwendung wasserdurchlässiger Bettungen wesentlich gefördert und ermöglichen schadensfreies Bauen“, so das Fazit von Reiner Krug vom Deutschen Naturwerkstein-Verband. Fachverband-Vorstand Stahl nennt einen weiteren Anwendungsbereich: „Die kapillarbrechende Flächendrainage zeigt die größte Wirkung bei Belägen auf Kiesschüttung oder bei der Verlegung in Drainagebeton. Die Flächendrainage führt dieses Wasser dann schadensfrei ab. So kann die gesamte Konstruktion abtrocknen.“ 

Das Unternehmen entwickelte die Technologie kontinuierlich weiter und reagiert bis heute auf spezielle Anforderungen im Außenbereich. So entstand mit AquaDrain SD ein Drainmattensystem für Natursteintreppen. „Damit kann auch bei Treppen und Treppenanlagen eine optimale untere Entwässerungsebene ausgeführt werden, die sowohl das Ausscheiden von Kalziumhydroxyd als auch Feuchtigkeitsverfleckungen verhindert“, erläutert Erich Lanicca. Auch für rollstuhlgängige Terrasseneingänge mit Entwässerungsrinne wurden eigene Lösungen entwickelt.

Nutzen auf der Baustelle im Fokus

So zeigt sich: Walter Gutjahr hat mit der Erfindung der kapillarbrechenden Flächendrainage nicht nur die Entwässerung im Außenbereich auf ein völlig neues Level gehoben – sondern langfristige Entwicklungen angestoßen, die bis heute von seinem Unternehmen intensiv vorangetrieben werden. Dabei bleiben immer die Anwendungsfreundlichkeit und der Nutzen für Bauherren, Planer und Verarbeiter auf der konkreten Baustelle im Fokus. 

Oder wie Erich Lanicca von der Schweizerischen Kammer es formuliert: „Planern und Ausführenden muss bewusst sein, dass jedes Bauobjekt ein Unikat ist, bei dem immer aufgrund der Nutzung und Belastung geklärt werden muss, wie und was optimal ausgeführt werden kann. Hierfür ist die Firma Gutjahr ein guter Ansprechpartner.“

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